Crowd Funding – Wer braucht schon Publisher?

Ein neuer Trend im weiten Netz der Welt ist Crowd Funding – klingt hip, jung und mordern. Doch was ist Crowd Funding eigentlich und wie kann es mein Leben verbessern?

Beim Crowd Funding geht es darum, dass kleine Start-Up Unternehmen Finanzierungen für ihre Projekte, seien es Bücher, Filme, Spiele, Internetplattformen oder vieles mehr nicht von großen Firmen suchen und sich somit an einen übermächtigen Geldgeber hängen, sondern bei den Leuten, für die ihre Produkte gedacht sind und die von der Idee begeistert sind und sie später auch nutzen möchten. Das hat für die Start-Ups den Vorteil, dass sie in ihren Entscheidungen unabhängig bleiben, und sich nicht, am Beispiel eines Computerspiels gemessen, von einem Publisher Features oder Releasetermine aufdiktieren lassen müssen. Gleichzeitig kommen sie aber quasi schon im Vorhinein an das Geld, das die Leute, die ihr Produkt später kaufen würden bezahlen würden.

Ich wurde das erste Mal auf Crowd Funding aufmerksam durch den Film Iron Sky, bei dem die Produzenten den Fans die Möglichkeit gaben, sich an den Kosten des Films zu beteiligen, um dafür dann ein paar Goodies zu erhalten (den Sound Track des Films, eine signierte BluRay Version etc.pp.), deren Umfang abhängig vom eigenen Beitrag war.

Ein weiteres gutes Beispiel für diese Art der Finanzierung ist die Firma Kickstarter, die eine Plattform für Start-Ups zur verfügung stellt. Eines der Projekte, welches mir besonders am Herzen liegt und ich auch selbst unterstütze, ist Shadowrun Returns.

I am a Shadowrun Backer

Bei Shadowrun Returns haben sich die Entwickler des großartigen cyberpunk Pen & Paper RPGs Shadowrun zusammengesetzt, um für die große Zahl der Fans ein Computerspiel zu entwickeln, dass ihren Vorstellungen entsprach und nicht denen der großen Publisher Studios. Die Entwickler baten um insgesamt 400.000 US Dollar – und hatten innerhalb der ersten zwei Tage diesen Betrag bereits zusammen. Die Community hat in den insgesamt 30 Tagen, in denen für dieses Projekt gesammelt wurde, bereits über 1,5 Millionen US Dollar gespendet!

Die Entwickler haben dabei ständig auf die Community gehört, Wünsche und Anregungen entgegengenommen und neue Ziele festgelegt, bei deren Erreichen mehr der Wünsche der zukünftigen Spieler realisiert werden würden. So wurden Übersetzungen in verschiedene Sprachen ermöglicht, eine native Mac und Linux Version des Spiels, es konnten die Komponisten der Soundtracks der früheren SNES und Sega Genesis (Mega Drive) Spiele gewonnen werden und vieles vieles mehr.

Persönlich finde ich die Idee des Crowd Funding sehr interessant, da es in Zeiten des Internet damit auch kleinen Unternehmen ermöglicht wird, eigene Projekte zu realisieren. Neben Autoren, die im Eigenverlag produzieren oder Musikern und Videomachern, die das WWW als Plattform zur Verbreitung ihrer Werke entdeckt haben ist es nun beinahe jedem Möglich, seine Ideen einer breiten Masse vorzustellen – und bei Interesse eines möglichen Kundenstammes zu verwirklichen. Ob Crowd Funding die Zukunft ist oder nur ein weiterer kurzlebiger Trend wird sich erst weisen – aber ich bin guter Hoffnung.

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