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Crowd Funding – Wer braucht schon Publisher?

Ein neuer Trend im weiten Netz der Welt ist Crowd Funding – klingt hip, jung und mordern. Doch was ist Crowd Funding eigentlich und wie kann es mein Leben verbessern?

Beim Crowd Funding geht es darum, dass kleine Start-Up Unternehmen Finanzierungen für ihre Projekte, seien es Bücher, Filme, Spiele, Internetplattformen oder vieles mehr nicht von großen Firmen suchen und sich somit an einen übermächtigen Geldgeber hängen, sondern bei den Leuten, für die ihre Produkte gedacht sind und die von der Idee begeistert sind und sie später auch nutzen möchten. Das hat für die Start-Ups den Vorteil, dass sie in ihren Entscheidungen unabhängig bleiben, und sich nicht, am Beispiel eines Computerspiels gemessen, von einem Publisher Features oder Releasetermine aufdiktieren lassen müssen. Gleichzeitig kommen sie aber quasi schon im Vorhinein an das Geld, das die Leute, die ihr Produkt später kaufen würden bezahlen würden.

Ich wurde das erste Mal auf Crowd Funding aufmerksam durch den Film Iron Sky, bei dem die Produzenten den Fans die Möglichkeit gaben, sich an den Kosten des Films zu beteiligen, um dafür dann ein paar Goodies zu erhalten (den Sound Track des Films, eine signierte BluRay Version etc.pp.), deren Umfang abhängig vom eigenen Beitrag war.

Ein weiteres gutes Beispiel für diese Art der Finanzierung ist die Firma Kickstarter, die eine Plattform für Start-Ups zur verfügung stellt. Eines der Projekte, welches mir besonders am Herzen liegt und ich auch selbst unterstütze, ist Shadowrun Returns.

I am a Shadowrun Backer

Bei Shadowrun Returns haben sich die Entwickler des großartigen cyberpunk Pen & Paper RPGs Shadowrun zusammengesetzt, um für die große Zahl der Fans ein Computerspiel zu entwickeln, dass ihren Vorstellungen entsprach und nicht denen der großen Publisher Studios. Die Entwickler baten um insgesamt 400.000 US Dollar – und hatten innerhalb der ersten zwei Tage diesen Betrag bereits zusammen. Die Community hat in den insgesamt 30 Tagen, in denen für dieses Projekt gesammelt wurde, bereits über 1,5 Millionen US Dollar gespendet!

Die Entwickler haben dabei ständig auf die Community gehört, Wünsche und Anregungen entgegengenommen und neue Ziele festgelegt, bei deren Erreichen mehr der Wünsche der zukünftigen Spieler realisiert werden würden. So wurden Übersetzungen in verschiedene Sprachen ermöglicht, eine native Mac und Linux Version des Spiels, es konnten die Komponisten der Soundtracks der früheren SNES und Sega Genesis (Mega Drive) Spiele gewonnen werden und vieles vieles mehr.

Persönlich finde ich die Idee des Crowd Funding sehr interessant, da es in Zeiten des Internet damit auch kleinen Unternehmen ermöglicht wird, eigene Projekte zu realisieren. Neben Autoren, die im Eigenverlag produzieren oder Musikern und Videomachern, die das WWW als Plattform zur Verbreitung ihrer Werke entdeckt haben ist es nun beinahe jedem Möglich, seine Ideen einer breiten Masse vorzustellen – und bei Interesse eines möglichen Kundenstammes zu verwirklichen. Ob Crowd Funding die Zukunft ist oder nur ein weiterer kurzlebiger Trend wird sich erst weisen – aber ich bin guter Hoffnung.

Affentheater

Das es derzeit in Tinseltown zum guten Ruf gehört, Fortsetzungen zu alten Klassikern zu produzieren und schlimmer noch, sogenannte Prequels, also Vorgeschichten, die erzählen, wie es dazu kam, dass die Handlungen in besagten alten Klassikern so passieren, wie sie eben passieren, ist ja nichts neues. Diese Unart Machart Art der Fortsetzung ist nicht zwangsläufig neu, so wurde beispielsweise in der Lederstrumpf Romanreihe von James Fenimore Cooper das Buch “Die Ansiedler” als erstes der Reihe im Jahr 1823 veröffentlicht, die Bücher “Der Hirschtöter” (1841), “Der letzte Mohikaner” (1826) und “Der Pfadfinder” (1840) handeln jedoch alle von Geschichten und Ereignissen, die sich vor dem zuerst veröffentlichten Buch abspielen.

Sei dem wie es ist, so darf man die Schuld am heutigen Trend, für Filme, die gute Box-Office-Zahlen hatten und somit vom Publikum gut angenommen wurden, Vorgeschichten zu produzieren einzig und allein George Lucas geben! Doch halt liebe Leser und Innen! Ihr denkt nun sicher an die Star Wars Filme, die geschichtstechnisch teilweise recht unbefriedigend waren und in der Umsetzung katastrophal, sahen doch die “älteren” Raumschiffe der Episoden I – III deutlich besser aus als die “neueren” X-Wings und TIE-Fighter der Episoden IV – VI. Doch bereits fünfzehn Jahre zuvor wagte sich Onkel George in die Gefilde der Prequels vor. Wir alle erinnern uns an die großartigen Indiana Jones Filme. Was jedoch viele nicht wissen, da es in den Filmen nie so deutlich herausgearbeitet war, “Indiana Jones und der Tempel des Todes” spielt im Jahr 1935 – und somit ein Jahr vor “Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes”. Doch damit nicht genug! Der Schurli-Onkel produzierte auch noch die “Abenteuer des jungen Indiana Jones” und machte damit Prequels in Serien auch salonfähig. (Dass der Twin Peaks Film vor der Serie spielt ist mir bewusst, allerdings liegen zwischen der Produktion der Serie und der Produktion des Films nur zwei Jahre, und Twin Peaks hatte nie so eine Publikumswirksamkeit wie die Indiana Jones und Star Wars Stories.)

Im Jahr 1984 also nahm das Elend seinen Anfang – und was für Grausamkeiten wurden uns seither beschert. “Die Flintstones in Viva Rock Vegas”, “Dumm und Dümmerer” oder “Hannibal Rising” seien nur drei Beispiele dafür, welch Horror uns hätte erspart bleiben können, würden sich Regisseure nur an die chronologische Abfolge halten und nicht versuchen, die Cash-Cow zu melken (aus erfolgreichen Produktionen noch den letzten Cent rauszuquetschen, den das Publikum bereit ist zu zahlen).

Doch genug des Ausholens – kommen wir zum eigentlichen Thema der heutigen Niederschrift meiner wirren Gedanken – “Planet der Affen – Prevolution”

Kaum erwähne ich den Film, muss ich allerdings bereits wieder abschweifen. Man kann über den Film nicht sprechen schreiben, ohne auch auf die restlichen Affenfilme einzugehen. Ähnliches schoss mir durch die Windungen südlich der Kalotte, als ich des Trailers zum ersten Mal gewahr wurde und da ich mich rühme, ein Nerd zu sein und noch keinen der planetarischen Affen bisher gesehen hatte nahm ich mir die aktuelle Kinoadaption zum Anlass, diesen weißen Fleck auf meiner Film- und Serienlandkarte auszumerzen.

Hier nun also zuerst, um die Spannung zu erhöhen, meine Gedanken zu den bisher erschienenen Planet der Affen Filmen.

“Planet der Affen (1963)”

In zwei Worten zusammengefasst: Großartiger Film! Die Story ist unglaublich gut, die Kostüme waren sehr überzeugend und die Schauspieler haben ihren Job sehr gut gemacht. Lediglich Charlton Hestons Performance hat mir nicht sooooo zugesagt – seine Emotionen am Ende des Films wirkten doch sehr gestellt. Sehr schön auch, dass der Film entgegen der Hollywood Konventionen kein Happy End hat.

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Die Menschheit hat sich selbst so gut wie vernichtet und lebt nun, 2000 Jahre später, als Sklavenvolk für ein intelligentes Primatenvolk. Ein Raumschiff der Sechzigerjahre gerät in ein Zeitphänomen und landet in jener postapokalyptischen Zukunft, 75% der Besatzung werden im Lauf des Films getötet und der “Held” flieht vor den Affen, um in einer feindlichen Welt sein Glück zu suchen.

“Rückkehr zum Planet der Affen (1970)”

Vergleichsweise schwacher Film. Die Kostüme des ersten Teils wurden übernommen, hieran gibt es also nichts auszusetzen. Die Schauspieler haben meiner Meinung nach eine nicht ganz so überzeugende Leistung wie in Teil eins erbracht und die Story ist etwas schräger und unglaubwürdiger. Das Ende des Films macht aber einiges wieder wett.

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Ein Teil der Menschen hat als Mutanten überlebt und haust nun unterirdisch. Mit telepathischen Kräften ausgestattet konnten sie die Affen bisher zurückhalten, doch diese starten einen Großangriff und die Mensch-Mutanten setzen nun ihren Gott ein – ein Relikt aus der alten Welt, das sie anbeten – eine Atombombe! Die Auseinandersetzung kulminiert in der vollständigen Zerstörung der Welt.

“Flucht vom Planet der Affen (1971)”

Nach dem, für mich zumindest, doch unerwarteten Ende des zweiten Teils stellte sich die Frage: Wie kann ein dritter Teil möglich sein? Die Drehbuchautoren ließen sich eine zwar nicht zu 100% erklärte, aber doch mehr oder minder glaubwürdige “Ausrede” einfallen, um die Affensaga weiterführen zu können und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Der dritte Teil der Pentalogie überzeugt wieder durch eine sehr überraschende Story, die eine völlig andere Herangehensweise als die ersten beiden Filme hat. Die Schauspieler machen ihre Sache sehr gut und auch die Handlungen der Charaktere sind, leider, sehr glaubwürdig. Auch der dritte Film der Reihe bietet kein Happy End – was mir die Filme immer sympathischer werden lässt.

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Drei der Affen konnten im Raumschiff der Menschen der Zerstörung der zukünftigen Erde entkommen und durch das selbe Zeitphänomen zurück in die Vergangenheit reisen, wo sie von den Menschen willkommen geheissen werden. Lediglich der Militärapparat ist ihnen gegenüber Skeptisch, und als er erfährt, dass in zweitausend Jahren die Erde durch einen Krieg zwischen Menschen und Affen vernichtet wird beschließen die Militärs, das Kind der beiden Affen zu töten und dafür zu sorgen, dass sie keine weiteren Nachfahren zeugen können. Das Kind überlebt jedoch und wird vor den Militärs versteckt, die beiden Affen aus der Zukunft, die uns drei Filme lang begleitet haben, werden jedoch getötet.

“Eroberung vom Planet der Affen (1972)”

Sehr guter Film, der das Schlechte in der Menschheit einmal mehr unterstreicht und aufzeigt, wie human “Tiere” und wie tierisch Menschen doch sein können. Solide schauspielerische Leistungen, gute Story die die Geschichte aus Teil drei nahtlos weiterführt und erneut kein Happy End – das lässt auf ein fulminantes Ende der Filmreihe hoffen.

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Der Nachfahre der beiden Zukunfts-Affen aus Teil drei ist herangewachsen und erweist sich ebenfalls als intelligent und zur Sprache fähig. Da ein Virus sämtliche Haustiere der Menschheit dahingerafft hatte, sind die Leute dazu übergegangen, Affen als solche zu halten. Nachdem sie jedoch festgestellt hatten, wie intelligent und lernbereit diese Tiere sind, wurden aus Haustieren Diener und aus Dienern Sklaven, die brutal misshandelt werden. Der Held des Films führt die geknechteten Affen schließlich in eine Revolte und der Film endet mit blutigen Auseinandersetzungen zwischen Menschen und Menschenaffen.

“Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)”

Das Finale der Planet der Affen Reihe und ein würdiger Abschluss. Die Story wurde in einem sehr schönen Bogen über alle fünf Filme hinaus zu diesem Ende geführt, das zwar nicht so negativ wie die restlichen vier vor ihm ist, aber auch kein klassisches Happy End. Storytechnisch meines Erachtens nach etwas schwächer als die Teile eins, drei und vier ist es doch immer noch ein sehr solider Film den zu sehen sich definitiv lohnt.

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Die Affen haben den Kampf um die Erde gewonnen. Bedingt durch die Zeitreise der Zukunfts-Affen aus Teil drei hat sich die Geschichte anders entwickelt und die Menschheit hat sich nicht selbst vernichtet. Vielmehr kam es durch die Auseinandersetzungen zwischen Affen und Menschen zu so etwas wie einer Waffenruhe. Einige Menschen leben mit den Affen zusammen als ihre Diener, allerdings behandeln nur die Gorillas, der militärische Zweig der Affen, diese wie Sklaven. Als ein Krieg zwischen den letzten in Freiheit lebenden Menschen und den Affen ausbricht gehen die Affen siegreich davon – allerdings bricht ein Gorilla das eherne und höchste Gesetz und tötet einen anderen Affen. Der Film endet mit einem Hoffnungsschimmer, dass es der Menschheit möglich ist, die eigene Zukunft zu verändern und friedlich miteinander und anderen Lebewesen zukoexistieren.

“Planet der Affen (2001)”

Fürch-ter-lich! Mark Wahlberg als Hauptdarsteller spielt in dieser Neu-Adaption des Stoffes zwar nicht die Rolle von Charlton Heston aus dem Original, aber auch sonst kaum eine Rolle. Er wird sowohl von einem Schimpansen, als auch dem Wrack des Raumschiffs an die Wand gespielt und der Film versagt auf ganzer Linie. Die Story ist in etwa die selbe, wird allerdings nicht annähernd so gut vermittelt. Die Effekte sind “over the top”, besonders die Fortbewegung der Affen wirkt einfach nur falsch. So laufen oder springen die Affen in diesem Film nicht etwa nur, nein sie bewegen sich in teils fünfzehn Meter weiten und hohen Sätzen weiter, was einfach nur affig aussieht (Wortspiel beabsichtigt!). Das Ende des Films ergibt überhaupt keinen Sinn what so ever und ist ein unbefriedigendes Ende für einen unbefriedigenden Film.

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Ähnlich dem Film aus 1968 gerät der Hauptdarsteller durch ein Weltraumphänomen auf den Planet der Affen. Es wird allerdings nirgends erwähnt, ob oder ob nicht es sich bei diesem Planeten um die Erde handelt. Die Menschen können in dieser Adaption des Films sprechen, was sie in der Originalversion nicht konnten und sie dadurch viel eher wie (Haus)Tiere erscheinen ließ. Am Ende kehrt der Held zurück auf die Erde der Vergangenheit – auf welcher plötzlich auch nur Affen herrschen. Das Lincoln Memorial wurde ersetzt durch eine Statue des Affen, den Mark Wahlberg hunderte Jahre in der Zukunft besiegt hatte besiegt haben wird besiegen werden wird … naja, dem einen bösen Zukunftsaffen halt, und der Film endet damit, dass Wahlberg durch Affenpolizisten festgenommen wird.

Alles in Allem haben mir die (original) Planet der Affen Filme sehr sehr gut gefallen und mich gut unterhalten. Mögen die Effekte nach heutigen Standards auch billig wirken, so waren sie für die damalige Zeit teils revolutionär und die Story hat durch die Bank und über die volle Länge der fünf Filme eigentlich überzeugt. Ich gehe sogar fast so weit, dass diese Filme meinen “all time favourite Film”, die “Blues Brothers”, beinahe enttrohnt hätten.

Nach dieser Zusammenfassung der vorhergehenden fünf plus eins Filme kommen wir nun also endlich zum eigentlichen Inhalt dieser Filmkritik. Mit den obenstehenden Gedanken und Emotionen in Kopf und Bauch setzte ich mich vor wenigen Tagen in einen Kinosaal eines lokalen Kinocenters und wusste nicht so recht, ob ich die Prevolution fürchten oder mich auf sie freuen sollte. Der Trailer sah so schlecht nicht aus, doch wurde ich hier schon des öfteren enttäuscht und gebranntes Kind scheut bekanntlich das Feuer. Was mir positiv auffiel, war die deutsche Benamsung des Filmes. So wurde aus dem englischen “Rise of the Planet of the Apes”, ein Titel der doch eher gespreizt wirkt und besonders durch das doppelte “of the” nicht schön von der Zunge geht im deutschen Sprachraum der Titel “Planet der Affen: Prevolution” – eine, wie ich finde geniale Wortkreation aus Prequel und Evolution beziehungsweise, worauf meine werte Arbeitskollegin mich aufmerksam machte, könnte es auch für “pre Revolution” stehen – vor dem Aufstand. Beide Erklärungen sind für mich gleich gut und gefallen mir auch entsprechend.

Der Film selbst war eine Wucht. Die Geschichte war mitreißend, kurzweilig und sehr überzeugend. Auch wenn sie sich nicht an die Story der fünf original Filme hält (und mit dem Remake nichts zu tun haben will wie man mit dem Cousin dritten Grades vom Land, der immer die eigenen Nasensekrete frisst, dämlich grinst und sich am Hintern kratzt nichts zu tun haben will) so sind doch erstaunlich viele Parallelen zu finden, die durchwegs als Homagen erachtet werden können. Auch gefällt, dass einige der Zitate des ersten Films (von denen einige auch im Remake vorkamen) sich auch in Prevolution wiederfinden.

James Franco gibt einen großartigen Wissenschaftler ab, der für seinen Vater und sein neu dazugewonnenes “Baby” bereit ist, alles zu tun, John Lithgow überzeugt als alzheimerkranker Vater und Tom Felton spielt, wie schon in den Harry Potter Filmen, ein hervorragendes Arschloch. Besonders gefreut hat es mich, Tyler Labine in einer seriösen Rolle zu sehen und nicht immer nur in “Blödelrollen” wie in “Sons of Tucson” oder “Tucker & Dale vs. Evil” (wobei er in selbigen brilliert!).

Optisch war die Prevolution sehr gut in Szene gesetzt. Die CGI-Primaten wirkten sehr realistisch und die Emotionen, die den Gesichtern verliehen wurden, taten ihr übriges, sie als Charaktere wahrzunehmen und nicht als Tiere. In den Szenen, als sie sich in Freiheit bewegten, sah man ihnen richtiggehend die Feude darüber an, ein Affe und frei zu sein. Der Soundtrack war stimmig gewählt und hat die Stimmung gut unterstützt, war auch nicht zu aufdringlich, wie es in letzter Zeit öfter vorkommt und es gab keine Wackelkamera, die einem den Film vergällte.

Bewertung: ★★★★★★★★½☆ 

Alles in allem erhält der Film von mir eine 8,5 auf der nach oben geschlossenen t-square Skala – und eine uneingeschränkte Empfehlung. Man profitiert sicher davon, die Vorgänger Nachfolger gesehen zu haben (naja, zumindest fünf davon), aber auch für sich alleine genommen ist Prevolution ein großartiger Film der traurig aufzeigt, wie selbstverständlich, teilnahmslos und teils grausam wir heute mit Tieren umgehen – und wie dankbar wir dafür sein müssen, dass diese keinen höheren Intellekt haben, um an uns Rache zu nehmen.

Green Lantern

“Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten leuchten wir.”

Wer bei dem Titel von DCs aktuellstem Kinofilm zuerst dieses Lied im Kopf hat liegt garnicht so falsch – und könnte doch von der Wahrheit kaum weiter entfernt sein. “Green Lantern” ist eine Filmadaption des Superhelden gleichen Namens, der im Jahre 1940 von Bill Finger und Martin Nodell erdacht und erschaffen wurde.

Der Erdenbürger Hal Jordan, im Film gespielt von Ryan Reynolds, findet eines lauen Abends an einem Strand ein abgestürztes Raumschiff mit einem lila Alien, das ihm einen Ring überreicht. Dieser Ring macht ihn zum Superhelden – und in diesem Fall ist Superheld durchaus wörtlich zu verstehen.

Ich gebe es gerne zu, ich bin nicht zwangsläufig Fan der DC Comics. Die Charaktere empfand ich mit Ausnahme von Batman und eben Green Lantern immer als … ich weiss auch nicht … fade. Flash, Wonder Woman, Aquaman waren alle für mich einfach nicht ansprechend – und Superman war der langweiligste Superheld von allen. Unverwundbar, superstark, superschnell, Hitzeblick, Röntgenblick, Kälteatem, die Zeit zurückdrehen – give it a rest, guys!

Umso erfreuter war ich, dass Green Lantern verfilmt wurde – und dieser Film hat meine Erwartungen mehr als nur erfüllt. Er ist all das, was man sich unter einem Comic-Film erwartet. Große Bilder, gewaltige Schauplätze, Action die total “over the top” ist, schlechte Sprüche wie sie in einen Comic gehören – der Film hatte einfach alles was einem Comic-Fan das Herz aufgehen lässt.

Die Schauspieler waren gut gewählt, die “Love Story” die inzwischen ja schon obligatorisch in Filmen vorkommen muss, wirkt nicht aufgesetzt, optisch war der Film eine Augenweide und die Zeit verging wie im Fluge. Lediglich der Gegner des Lantern Corps hätte etwas besser gewählt sein können – mit nicht-humanoiden Feinden identifiziert man sich einfach nicht so gut und kann ihn daher nicht wirklich als “Feind” wahrnehmen – außerdem erinnert er zusehr an Galactus aus “Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer”.

Meine Bewertung sieht daher wie folgt aus:

Bewertung: ★★★★★★★★½☆ 

Die Grüne Laterne erhält von mir also 8,5 Punkte auf der nach oben geschlossenen t-square Skala. Großartiges Popcorn Kino ohne allzuviel Tiefgang – ein Fest für Fans von Action-Komödien und Comic Verfilmungen und wird von mir mehr als empfohlen!

Und weil Warner Bros. es zumindest ab und an versteht, die neuen Medien zu nutzen hier noch ein gar unterhaltsamer Link (der gern auch zum Mitmachen einlädt).

In diesem Sinne:

“In brightest day, in blackest night
no evil shall escape my sight.
Let those who worship evil’s might
beware my power – Green Lantern’s light.”

“Am hellsten Tag,in schwärzester Nacht
entgeht nichts böses meiner Wacht.
Wer finsteren Mächten sich verspricht
der hüte sich vor Green Lanterns Licht.”

(Kommt auf deutsch fast genausogut rüber wie auf englisch) :)

Super 8

Gestern war ich nach verrichteter Arbeit mit Freunden noch im lokalen Kino-Multiplex-Center unserer Wahl. Eine kleine Anmerkung am Rande an die Leser aus deutschen Landen: Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Kinos ihr in Deutschland habt. Ich war vor ein paar Jahren bei einem Freund in Berlin zu Besuch. Als wir dort die Kinoseiten der Zeitung durchblätterten, um einen Film zu finden, den anzusehen sich lohnte – unsere Wahl fiel damals auf “Watchmen” in einer Original Version – stellte ich fest, dass Berlin, die deutlich größere Stadt, nur einen Bruchteil der Kinos von Wien hat. Wir in Wien haben über 40 Kinos – und ich spreche hier nicht von den Sälen sondern von den Kinos an sich.

Bevor ich aber zu weit abschweife nun also zur Kritik von “Super 8″.

Ich war positiv überrascht. J.J. Abrams verstand es wieder einmal, eine gute, glaubwürdige und sehenswerte Story sowohl optisch als auch akustisch gut zu verpacken. Die Schauspieler haben ihren Job sehr überzeugend gemacht, besonders die Kinder-Schauspieler, und bei diesen nochmal hervorzuheben sind der fünfzehnjährige Joel Courtney in der Rolle des Joe Lamb und seine Filmpartnerin, die dreizehnjährige Elle Fanning in der Rolle der Alice Dainard, die ihren erwachsenen Kollegen die Schau stahlen.

Die Story sei hier kurz zusammengefasst (um dem Leser die Möglichkeit zu geben, sich nicht spoilern zu lassen aber brav hinter einem Spoiler-Button versteckt):

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Joe, der Held des Films, dreht im Jahr 1979 mit seinen Freunden gemeinsam einen Zombie-Film für ein Super 8 Filmfestival. Dabei Filmen sie durch Zufall einen Zug-Unfall, welcher kurz darauf die U.S. Airforce auf den Plan ruft. Wie sich im Lauf des Films herausstellt, hatte die Airforce ein ausserirdisches Wesen sowie die Bauteile des dazugehörigen Raumschiffs transportiert. Das Alien ist bei dem Unfall befreit worden und versucht nun, nachhause zu telefonieren sein Raumschiff zu reparieren und die Erde wieder zu verlassen – und geht dabei über menschliche Leichen. Im Laufe des Films erfährt man, dass das Alien garnicht böse, sondern nur missverstanden ist und wird von den Menschen misshandelt und gefangen gehalten wurde – was es umso mehr dazu veranlasst, Distric 9 den Planeten verlassen zu wollen.

 

Auch wenn die Story nicht unbedingt neu ist, so wurde sie doch sehr schön in Szene gesetzt. Die zu einem solchen Film gehörenden Schock-Momente sind teils schön vorhersehbar, überraschen an einigen Stellen aber durchaus. Auch die Tatsache, dass der Film sehr lange damit geizt, den “Bösewicht” ins Bild zu holen, ist sehr passend und gut gemacht – und entlockte hie und da ein Schmunzeln.

Besonders gefallen hat vor allem der 70er Jahre Flair, der dem Film etwas nostalgisches verliehen hat. Die Szene an der Tankstelle, beispielsweise, ließ mich von Ohr zu Ohr grinsen. Den großartigsten Job allerdings haben wohl die Kostümdesigner gemacht. Sie haben es geschafft, die jungen Schauspieler in Kleidung zu stecken, die es geschafft hat, die wassermelonengroßen Hoden der Charaktere so zu kaschieren, dass sie nicht auffallen – anders kann ich mir nicht erklären, was Kinder dazu veranlassen sollte, sich in solchen Szenen, wie sie im Film dargestellt wurden so zu verhalten wie sie es im Film getan haben – Balls of Steel eben.

Die abschließende Wertung, die euer werter t hier vergibt sieht also wie folgt aus:

Bewertung: ★★★★★★★½☆☆ 

7,5 auf der nach oben geschlossenen t-square Skala. Gutes Popcorn Kino, nette Story, überragende Schauspieler und qualitativ hochwertige Synchronisierung. Ob das FSK-12 Rating angebracht ist halte ich allerdings für zweifelhaft, da durchaus Szenen darin vorkommen, die ich eher als FSK-14 empfunden habe. Alles in Allem also ein durchaus sehenswerter Film und eine Empfehlung von mir (besonders bei dem bescheidenen Sommerwetter) an meine Leserschaft.

Update: Wie mir soeben entrüstet per Instant Messanger mitgeteilt wurde, hat Berlin 98 Kinos. Ob welchen Grundes mir diese Tatsache falsch in der Fontanelle haften blieb, ist mir ein Rätsel. Lag es daran, dass der Gastgeber mir nur eine begrenzte Auswahl an Kinos präsentiert hat oder am Alter, das die Erinnerung trübt – ich vermag es nicht zu sagen, entschuldige mich hiermit aber aus tiefstem Herzen bei Berlin und allen Berlinern, die sich auf den Schlips getreten fühlten.